Wer bei uns wohnt, ist zu Hause und darf sich wohl fühlen.
Schriftgröße A A A

Den Ausbildungsrahmenplan für die Praxis übersetzt

Baden-Württemberg: Begleitung von Auszubildenden einer Analyse unterzogen

Von Rita Werbach und Heidi Mehrbrei

Seit diesem Jahr gilt in Baden-Württemberg für Auszubildende in der Altenpflege ein neuer Rahmenplan. Formulierungen und Anforderungen sind komplex. In den Haus Edelberg Seniorenzentren in Karlsruhe haben die Pflegedienstleitungen einen Qualitätszirkel gebildet und eine praxisnahe Arbeitshilfe entwickelt.

Karlsruhe. Den Pflegedienstleitungen erschien es sinnvoll, nicht allein den Rahmenplan zu einer Arbeitshilfe für den Alltag zu strukturieren, sondern die gesamte Begleitung von Auszubildenden einer eingehenden Analyse zu unterziehen. Ziel sollte es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche es ermöglichen, den erforderlichen Fachkraftnachwuchs zu einem großen Teil aus unseren Auszubildenden zu gewinnen. Die Teilnehmer des Qualitätszirkels haben die zu bearbeitenden Thematik auf drei Ebenen angegangen:

1. Erarbeitung von Rahmenstrukturen

  • Auszubildendenbetreuung ist Managementaufgabe, das heißt Zusammenarbeit von Hausleitung, Pflegedienstleitung und Mentoren in Bezug auf Integration der Azubis in die pflegerischen Teams, der Ausbildungsverlauf bedarf der kontinuierlichen hausinternen Abstimmung.
  • Für jeden Auszubildenden muss eine berufspädagogisch fortgebildete Pflegefachkraft (§ 19 Abs. 4Nr. 4 LPflG) als Ansprechpartner zur Verfügung stehen; die Haus Edelberg Senioren-Zentren stellen dafür entsprechend geschulte Fachkräfte frei.
  • Zum Nachweis der Anleitung (25 Stunden pro Halbjahr durch pädagogisch geschulte Fachkräfte) werden die Anleitungstage auf dem Dienstplan ausgewiesen; zusätzlich werden die Anleitungszeiten schriftlich dokumentiert mit Angabe der Art, Dauer und Handzeichen, dies wird monatlich von der Pflegedienstleitung kontrolliert.
  • Es erfolgt durch die Pflegedienstleitungen/Mentoren eine enge Kooperation mit den Altenpflegeschulen, etwa Teilnahme auch der Pflegedienstleitung an den Praxisanleitertreffen.

2. Maßnahmen zur Integration der Auszubildenden in den Arbeitsprozess (auszugsweise)

  • Persönliche Begrüßung des neuen Auszubildenden (Willkommensgeschenk, Begrüßungsunterlagen: unter anderem Haus- und Pflegekonzept mit Informationen zu den Einrichtungen und zum Unternehmen Haus Edelberg).
  • Vorstellung des zuständigen Anleiters/Mentors dem Auszubildenden durch die Pflegedienstleitung.
  • Mindestens 1 Mal pro Quartal protokollierte Reflexion des Praxiseinsatzes gemeinsam von Azubis, Anleitern und Pflegedienstleitung.
  • An einem Tag pro Jahr Begleitung der Pflegedienstleitung durch den Auszubildenden, um auch die Anforderungen an die Leitungsfunktionen kennen zu lernen.
  • Halbjährliche Festlegung der Umsetzung von Praxissituationen gemäß Rahmenplan.
  • Jährlich eine Gesprächsrunde mit der Geschäftsführung, um die Ausbildungssituation zu reflektieren.

3. Umsetzung des Rahmenplans in ein Handout mit Zielplanungsmöglichkeiten
Während des Qualitätszirkels wurde der Praxistransfer des Rahmenplans in ein praktisches Handout für die Mentoren umgearbeitet. Pro Ausbildungsjahr wurden die Lernziele in eine Checkliste überführt, die zu jedem Zeitpunkt den Stand der Umsetzung erkennen lässt.
Innerhalb eines Ausbildungsjahres müssen alle Lernziele abgearbeitet werden, die Aufgaben dazu können vom Auszubildenden mit dem Mentor ausgewählt werden. Zu jedem Lernziel können für jeden Auszubildenden individuell Praxisaufgaben bzw. -situationen ausgewählt werden. Der Praxistransfer liegt als Datei pro Ausbildungsjahr vor, so dass bei Bedarf auch Praxisaufgaben individuell ergänzt werden können. Die zeitliche Planung der Praxisaufgaben wird nach jedem Unterrichtsblock für die im Unterricht erworbenen theoretischen Kenntnisse geplant.
Die Altenpflegeschulen werden die Einhaltung der 25-Stunden-Anleitungszeit und das Erreichen der Lernziele am Ende jedes Schuljahres kontrollieren. Dies trifft auf einen Teil der kooperierenden Altenpflegeschulen zu. Die anderen Schulen haben teilweise noch nicht alle Details der Umsetzung festgelegt.
Folgende Informationen benötigen die Ausbildungsbetriebe von den Altenpflegeschulen:

  • Anleitungszeit während der Außer-Haus-Praktika, da diese Zeit auf die 25 Stunden angerechnet wird.
  • Lernziele, die während der Außer-Haus-Praktika erarbeitet werden, damit diese nicht doppelt erarbeitet werden.
  • Lernziele, die theoretisch während der Schulzeit erlernt wurden, damit diese praktisch umgesetzt werden können.

Von Bedeutung ist auch, dass seitens der Geschäftsführung die Integration von Auszubildenden unterstützt wird. Das geschieht bei der Haus Edelberg Dienstleistungsgesellschaft für Senioren durch Dirk Lorscheider und Michael Wipp.

// INFORMATION
Kontakt per E-Mail: Rita Werbach: pdl.oberder dingen@haus-edelberg.de
Heidi Mehrbrei: pdl.bietig heim@haus-edelberg.de

vom 23. November 2011, CK PDF
Senioren-Zentrum
Oberderdingen


Dr.-Friedrich-Schmitt-Straße 21
75038 Oberderdingen

Telefon 0 70 45.2 03-3
Fax 0 70 45.2 03-499